Warum haben manche Tiere trotz Tierkommunikation keinen "Bock" auf Verhaltensänderungen

Wie gut funktioniert Tierkommunikation um Verhaltensänderungen bei Tieren zu erzielen?

Meiner Erfahrung nach kann eine Tierkommunikation gut funktionieren um eine schlechte Angewohnheit/Verhaltensweise bei einem Tier zu verbessern oder sogar zu lösen. Möchte man eine positive Entwicklung bestimmter Verhaltensweisen fördern, gibt es jedoch eine paar Dinge zu beachten:

Als erstes sollte darauf geachtet werden, dass die folgenden Punkte "tiergerecht" abgedeckt oder geklärt sind:

Instinktverhalten

(handelt es sich beim unerwünschten Verhalten um ein natürliches Verhalten

des Tieres?)

Artgerechte Haltung

(wird das Tier artgerecht gehalten? Werden seine Bedürfnisse genügend

erfüllt, hat es genügend Platz, Artgenossen, Bezugsperson, Futter,

Versäuberungsort usw.?)

Vorhandene Krankheiten

(wurden eventuelle Krankheiten beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker abgeklärt und können ausgeschlossen werden?)

Genügend Lebensraum für das Tier

(hat es Rückzugsmöglichkeiten? Oder lebt es auf kleinsten Raum alleine

oder mit anderen Tieren? Lebt es im Tierheim oder im Ausland?)

Spiegelfunktionen zwischen Mensch und Tier

(spiegelt das Tier einThema des dazugehörenden Menschen wider oder

übernimmt das Tier einen Aspekt aus seinem Umfeld?)

usw.

Dann gibt es weitere Faktoren, die Einfluss darauf haben ob eine Tierkommunikation Erfolg bringt oder nicht. Tiere haben unterschiedliche Hintergründe die ihr Verhalten beeinflussen, z.B. gibt es:

Tiere, die unsere menschliche Struktur und Umwelt aus einem völlig anderen Blinkwinkel wahrnehmen als wir

Diese Tiere verstehen meist nicht, dass ihr Verhalten problematisch ist oder u.U. sogar Stress beim Menschen auslöst. Oftmals kommen solche Tiere aus anderen Lebensstrukturen und kennen unsere "Richtlinien" oder unsere "Welt" noch zu wenig (z.B. ein Katzenwelpe, welches seine ersten Wochen auf einem Bauernhof verbringt und keine Bindung mit einem Menschen aufbaut, vielleicht keine Grenzen kennenlernt oder wie "man" sich in einer Wohnung verhält).

In solchen Fällen ist es wichtig dem Tier genau zu erklären welches Verhalten passend ist und weshalb sein jetziges Verhalten problematisch ist. Dabei ist zu beachten, dass dem Tier immer der "Wunschzustand" des Verhaltens kommuniziert werden sollte, resp. wie es sich zukünftig verhalten soll. Nicht dasjenige, dass es nicht mehr tun soll.

Wie kommuniziere ich meinem Tier Botschaften richtig?

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Tiere, die nicht bereit sind ihr Verhalten anzupassen oder zu wenig "Motivation" haben ihr Verhalten unseren Vorstellungen anzupassen

Wenn ein Tier zu wenig Motivation hat um ein Verhalten anzupassen, kann dies verschiedene Gründe haben. Einerseits kann das unerwünschte Verhalten viele gute Gefühle beim Tier auslösen oder ist ein dringendes Bedürfnis des Tieres, z.B:

Beutetiere im Wald jagen -> Instinktverhalten

In einem Affentempo alles in sich reinfuttern was im Fressnapf liegt (was vielleicht eine alte "Macke" von einem Tierheimhund ist)

Dies kann sogar so weit geben, dass ein Tier u. U. neue Strategien entwickelt um die "unbeliebten" Verhaltensweisen zu überdecken oder davon abzulenken. Dies tönt jetzt vielleicht ein bisschen "abgehoben", jedoch begegnen mir ab und zu solche Tiere.

Dazu ein praktisches Beispiel von meinem Kater Schemesch:

Ich habe ja bereits in einem früheren Blog über Schemesch geschrieben (frühere Leben bei Tieren) und erwähnt, dass er es unglaublich liebt im Wald und auf Feldern jagen zu gehen.

Der Nachteil aus meiner menschlichen Sicht: er ist leider ein sehr erfolgreicher Jäger und bringt meist viele Mäuse nach Hause :(

Natürlich kommunizierte ich ihm mehrmals, dass er aufhören soll die Mäuse nach Hause zu bringen. Ich hasste es, tagtäglich meine Teppiche wegen der toten Mäuse zu putzen und zudem taten mir die armen Mäuse leid :)

Nun, er brachte dann tatsächlich keine Mäuse mehr nach Hause.

Aber die Freude dauerte nicht lange:

Ein paar Tage später wollte ich meine schönen neuen Stiefel (!) anziehen und spürte einen Widerstand in der Fussspitze. Ich kehrte meinen Stiefel um und es flog eine grosse tote Maus auf den Boden. Ich erschrak so dermassen, dass ich einen Riesensprung auf die Treppe nahm. In den Folgetagen fand ich weitere tote Mäuse im Haus. Eine lag versteckt unter dem Teppich, eine andere musste schon mehrere Tage unter meiner Decke im Bad gelegen haben.

Schemesch hatte also ein Gegenstrategie entwickelt...

Dies tönt jetzt vielleicht erstaunlich, begegnet mir jedoch ab und zu immer wieder. Auch bei Kunden und deren Tieren.

Ein weiteres Beispiel:

Der Hund, der aufhörte die Hühner zu jagen und stattdessen ihre Eier frass

So hatte ich z.B. einen Kunden mit einem Hund welcher sich immer heimlich in den Hühnerstall schlich und die Hühner jagte. Ich kommunizierte ihm, dass er aufhören soll die Hühner zu jagen und dies nicht geschätzt wird. Nach der Tierkommunikation jagte er die Hühner tatsächlich nicht mehr, schlich sich jedoch weiter in den Stall. Er liess die Hühner in Ruhe aber frass dafür ihre Eier… Was schlussendlich auch nicht viel besser beim Besitzer ankam ;-)

Was tun bei Tieren die Gegenstrategien entwickeln?

Was in solchen Fällen probiert werden kann, ist einen Kompromiss mit einem Tier zu finden. Ein Kompromiss mit dem Mensch und Tier leben können ohne das zu viel Stress ausgelöst wird. Überlege dir dabei inwiefern du deinem Tier entgegen kommen kannst.

Ein anderer Lösungsansatz ist, dass du deinem Tier klar kommunizierst was die Konsequenzen sind wenn es das Verhalten weiterhin zeigt (z.B. muss der Hund zukünftig auf dem Spaziergang an der Leine gehen oder der Zugang zum Stall und der Umgebung wird verschlossen usw.)

Achte aber darauf, dass dein Tier etwas Zeit braucht um ein neues Verhalten umzusetzen und es ev. auch mehrmals darauf hingewiesen werden muss. Viele Tiere passen kurzfristig ihr Verhalten an, fallen aber nach einiger Zeit wieder in ihr altes Muster zurück. Ähnlich wie bei uns Menschen brauchen auch unsere Tiere Zeit sich an neue Verhaltensweisen zu gewöhnen und diese umzusetzen. Deshalb ist es sinnvoll das gewünschte Verhalten mehrmals zu kommunizieren oder zu wiederholen wenn es einen "Rückfall" gibt.

Prinzipiell solltest du aber nicht davon ausgehen, dass dein Tier dies macht um dich zu ärgern sondern weil es eine bestimmte Motivation dazu hat (Instinkt, andere Sichtweise auf das Leben usw.) und dies aus tierischer Sicht weniger tragischer ist als für dich... :)

Ein "fast - Happy End"

Mit Schemesch habe ich eine Kompromiss gefunden: er darf seine Beute ins Haus bringen aber nur an bestimmten Orten futtern. Nämlich dort wo kein Teppich liegt.. Dies klappt zu ca. 90% womit ich leben kann.

Natürlich mag ich seine Jagdvorlieben immer noch nicht aber dies ist meine menschliche Ansicht. Für ihn stimmt es so wie es ist....

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